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Heuschnupfen mit Akupunktur behandeln

Heuschnupfen mit Akupunktur behandeln

Die deut­sche “Heuschnupfen-Studie” ACUSAR (Acupuncture in Seasonal Allergic Rhinitis) wur­de von 2008 bis 2011 mit 422 Patienten in ver­schie­de­nen Behandlungszentren durch­ge­führt 1)Brinkhaus B, Ortiz M, Witt, CM, Roll S, Linde K, Pfab F, Niggemann B, Hummelsberger J, Treszl A, Ring J, Zuberbier T, Wegscheider K, Willich SN: Acupuncture in Patients With Seasonal Allergic Rhinitis: A Randomized Trial. Annals of Internal Medicine, 19 February 2013, Vol. 158. No. 4. Untersucht wur­de die Behandlung von Heuschnupfen (sai­so­na­le all­er­gi­sche Rhinitis mit nach­ge­wie­se­ner Allergie gegen Birken- und Gräserpollen) mit Akupunktur. Es wur­den drei Behandlungsgruppen gebil­det, 221 Patienten wur­den wäh­rend 8 Wochen 12x mit Akupunktur behan­delt (Verum-Acupuncture), 102 Patienten eben­falls über 8 Wochen 12x mit Schein-Akupunktur (Sham-Acupuncture), und 108 Patienten der Kontrollgruppe nach einer Wartezeit eben­falls mit Akupunktur. Das Antihistaminikum Cetirizin war in allen Gruppen als Notfall-Medikation erlaubt. Akupunktur führ­te im Vergleich mit Schein- sowie Nicht-Akupunktur zu einer deut­li­chen und signi­fi­kant bes­se­ren Lebensqualität sowie gerin­ge­rem Bedarf an Antihistaminika.

Literatur   [ + ]

1. Brinkhaus B, Ortiz M, Witt, CM, Roll S, Linde K, Pfab F, Niggemann B, Hummelsberger J, Treszl A, Ring J, Zuberbier T, Wegscheider K, Willich SN: Acupuncture in Patients With Seasonal Allergic Rhinitis: A Randomized Trial. Annals of Internal Medicine, 19 February 2013, Vol. 158. No. 4
Akupunktur bei Golfkriegssyndrom

Akupunktur bei Golfkriegssyndrom

2016 wur­de eine ame­ri­ka­ni­sche Studie 1)Conboy L, Gerke T, Hsu K-Y, St John M, Goldstein M, Schnyer R (2016) The Effectiveness of Individualized Acupuncture Protocols in the Treatment of Gulf War Illness: A Pragmatic Randomized Clinical Trial. PLoS ONE 11(3): e0149161 durch­ge­führt zur Behandlung des Golfkriegssyndroms mit Akupunktur.
Das Golfkriegssyndrom ist ein zum Teil an eine post­trau­ma­ti­sche Belastungsstörung erin­nern­des, kom­ple­xes Krankheitsbild, an dem etwa 25 % der 700000 Kriegsveteranen des Irak-Krieges erkrank­ten. Eine Fülle von Symptomen sind mög­lich wie z.B. Gelenk- und Muskelschmerzen, aus­ge­präg­ter Erschöpfung, psy­chi­schen Problemen, Depressionen, Gedächtnisproblemen, Schwindel und Verdauungsstörungen. Eine Standardbehandlung gibt es nicht. Behandelt wur­den 104 Patienten ent­we­der über sechs Monate zwei­mal pro Woche mit indi­vi­dua­li­sier­ter Akupunktur (Gruppe 1) oder nach einer Wartezeit von zwei Monaten dann über vier Monate wöchent­lich mit einer Akupunktur (Gruppe 2). Die Ergebnisse der Studie zei­gen z.B., daß eine Therapie mit 2 Behandlungen pro Woche über ins­ge­samt 2 Monate für einen Behandlungserfolg nicht aus­reicht, wäh­rend die Behandlung über 6 Monate mit 2 Behandlungen pro Woche einen deut­li­chen Behandlungserfolg zeigt. Diese aller­dings rela­tiv klei­ne Studie läßt anneh­men, daß Akupunktur zu einer siche­ren und effek­ti­ven Behandlungsmöglichkeit für die­se Art Erkrankung wer­den könn­te. Trotz alle­dem soll­ten Sie beden­ken, daß wich­ti­ge Vertreter der eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Schulmedizin wegen feh­len­der Wirksamkeitsbeweise von der Anwendung von Akupunktur abra­ten. Im Zweifel fra­gen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

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Literatur   [ + ]

1. Conboy L, Gerke T, Hsu K-Y, St John M, Goldstein M, Schnyer R (2016) The Effectiveness of Individualized Acupuncture Protocols in the Treatment of Gulf War Illness: A Pragmatic Randomized Clinical Trial. PLoS ONE 11(3): e0149161
Akupunktur bei Wechseljahresbeschwerden

Akupunktur bei Wechseljahresbeschwerden

2016 wur­de eine ame­ri­ka­ni­sche Studie 1)Avis NE, Coeytaux RR, Isom S, Prevette K, Morgan T (2016) Acupuncture in Menopause (AIM) stu­dy, ran­do­mi­zed con­trol­led tri­al. Menopause, 2016, 23(6): 626–637 zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden mit Akupunktur durch­ge­führt. Behandelt wur­den 209 Frauen zwi­schen 45 und 60 Jahren mit soge­nann­ten vaso­mo­to­ri­schen Symptomen wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. In die Studie wur­den Frauen auf­ge­nom­men, die 4 oder mehr sol­cher Ereignisse pro Tag hat­ten. Die Studie lief über ins­ge­samt 12 Monate. Es wur­den zwei Behandlungsgruppen gebil­det, die Frauen der einen Gruppe wur­den wäh­rend der ersten 6 Monate bis zu 20 mal aku­punk­tiert (Akupunkturgruppe), die Frauen der ande­ren Gruppe wäh­rend der zwei­ten 6 Monate (Wartelistenkontrollgruppe).
Nach sechs Monaten war in der Akupunkturgruppe die Häufigkeit der Beschwerden um 36,7 % zurück­ge­gan­gen und in der (nicht­be­han­del­ten) Kontrollgruppe um 6 % gestie­gen.
Nach zwölf Monaten waren die Beschwerden der Akupunkturgruppe immer noch um 29,4 % redu­ziert, offen­bar also im Sinne eines anhal­ten­den Behandlungserfolges.
Auch hin­sicht­lich der Lebensqualität kam es im Vergleich zur Kontrollgruppe zu anhal­ten­den Verbesserungen.
Trotz alle­dem soll­ten Sie beden­ken, daß wich­ti­ge Vertreter der eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Schulmedizin wegen feh­len­der Wirksamkeitsbeweise von der Anwendung von Akupunktur abra­ten. Im Zweifel fra­gen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Literatur   [ + ]

1. Avis NE, Coeytaux RR, Isom S, Prevette K, Morgan T (2016) Acupuncture in Menopause (AIM) stu­dy, ran­do­mi­zed con­trol­led tri­al. Menopause, 2016, 23(6): 626–637
Akupunktur bei chronischen Schmerzen

Akupunktur bei chronischen Schmerzen

Eine soge­nann­te Metaanalyse (das ist eine zusam­men­fas­sen­de Auswertung ver­schie­de­ner Studien zu einem Thema) von 2012 von Andrew Vickers und Kollegen (Memorial Sloan Kettering Cancer Center, USA) 1)Vickers AJ et al.; Acupuncture for Chronic Pain — Individual Patient Data meta-analysis. Arch Inter Med. 2012; 172(19): 444–53. ana­ly­siert die Daten von fast 18.000 Patienten aus Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur bei ver­schie­de­ne Formen chro­ni­scher Schmerzen.

Die Analyse der Daten von chro­ni­schen Nackenschmerzen und chro­ni­schen Rückenschmerzen ergibt, daß Akupunktur die Schmerzen in einer mitt­le­ren bis star­ken Effektstärke deut­lich redu­ziert.

Die Autoren der Studie schluß­fol­gern, daß die Überweisung eines Patienten mit chro­ni­schen Schmerzen zur Akupunkturbehandlung eine ange­mes­se­ne Behandlungsoption sein kann.

Das ent­spricht auch der per­sön­li­chen Erfahrung sowohl der Akupunkteure unter den Ärzten und Heilpraktikern, die die­se Methode anwen­den, wie auch der per­sön­li­chen Erfahrung vie­ler schmerz­ge­plag­ter Patienten.

Akupunktur ist ja inzwi­schen auch rela­tiv weit ver­brei­tet, und wird ja sogar bei chro­ni­schen Rücken- und Kniebeschwerden als Kassenleistung ange­bo­ten. Akupunktur kann gut auch in Kombination mit den in der Sportmedizin ja hin­läng­lich bewähr­ten Kinesio-Tapes ver­wen­det wer­den.

Seitens wich­ti­ger Vertreter der eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Schulmedizin wird aber vor der Anwendung der TCM eher gewarnt. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Literatur   [ + ]

TCM: Akupunktur Bei Migräne
Akupunktur gegen Migräne

Akupunktur gegen Migräne

Pieks statt Pille!

Es wirkt: Akupunktur gegen Migräne.
2005 wur­den die gerac-Studien (German Acupuncture Trials) zu Akupunktur gegen Migräne und Spannungskopfschmerz abge­schlos­sen.
Akupunktur gegen Migräne und Spannungskopfschmerz wirkt min­de­stens eben­so gut wie die schul­me­di­zi­ni­sche Standardtherapie. Das ist das zen­tra­le Ergebnis der gerac-Kopfschmerz-Studien (German Acupuncture Trials)1)Endres HG, Böwing G, Diener H et al (2007) Acupuncture for tension-type head­a­che: a mul­ti­cent­re, sham-controlled, patient-and observer-blinded, ran­do­mi­sed tri­al. J Headache Pain 8:306–314, an denen 1369 Patienten mit chro­ni­schem Spannungskopfschmerz oder Migräne teil­ge­nom­men haben. Die Teilnehmer wur­den per Zufall einer von drei Gruppen zuge­ord­net: Die einen wur­den nach den Regeln der tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Medizin (TCM) aku­punk­tiert (sog. Verum-Akupunktur), die zwei­te Gruppe erhielt eine Schein-Akupunktur an unwirk­sa­men Punkten (sog. Sham-Akupunktur), die drit­te Gruppe die übli­che Standardtherapie mit Medikamenten. Akupunktur-Patienten waren durch­weg zufrie­de­ner mit der Behandlung als medi­ka­men­tös behan­del­te Patienten. Zwischen der Wirksamkeit der Verum-Akupunktur und der Sham-Akupunktur zeig­te sich kein signi­fi­kan­ter Unterschied. „Überraschenderweise zeig­te sich bei Migräne kei­ne Überlegenheit der kon­ti­nu­ier­li­chen, sechs­mo­na­ti­gen medi­ka­men­tö­sen Prophylaxetherapie über die nur sechs­wö­chi­ge Akupunkturtherapie“, fasst Prof. Hans-Christoph Diener vom Universitätsklinikum Essen zusam­men. Die Akupunktur wirk­te offen­bar noch ein hal­bes Jahr nach Ende der Behandlung min­de­stens eben­so gut wie die kon­ti­nu­ier­li­che Medikamenteneinahme. Beide Akupunktur-Gruppen waren mit der Behandlung zufrie­de­ner als die Standard-Therapie-Gruppe: 52 Prozent der Patienten in der Verum-Gruppe und 45 Prozent der Sham-Gruppe gaben der Behandlung abschlie­ßend die Schulnote 1 oder 2. In der Standard-Therapie-Gruppe bewer­te­ten nur 34 Prozent der Patienten die Behandlung so gut.

Seitens wich­ti­ger Vertreter der eta­blier­ten wis­sen­schaft­li­chen Schulmedizin wird aber vor der Anwendung von Akupunktur wegen feh­len­der oder schlech­ter Wirksamkeitsbeweise eher gewarnt. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Literatur   [ + ]

1. Endres HG, Böwing G, Diener H et al (2007) Acupuncture for tension-type head­a­che: a mul­ti­cent­re, sham-controlled, patient-and observer-blinded, ran­do­mi­sed tri­al. J Headache Pain 8:306–314
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