Depressionen sind furchtbar. In gedrückter Stimmung ohne Antrieb oder Lust auf irgendwas oder irgendwen mit den Kreisgedanken, die den Depressiven fruchtlos ausfüllen. Ein vernünftiger Schlafrhythmus fehlt oft völlig, die Leistungsfähigkeit ist völlig dahin und die grundlegenden Gefühle sinch Hoffnungslosigkeit, Ängstlichkeit, Gefühllosigkeit und innere Leere.

Wie könnte die Herangehensweise eines Arztes für Traditionelle Chinesische Medizin bei der Behandlung von Depressionen sein. In der Anamnese versucht man sich ein Bild zu machen von der Entwicklung der Krankheitsgeschichte, von der Symptomatik, von den Beschwerden des Patienten. Die Krankheitsgeschichte wird dabei übersetzt in die Sprache der Chinesischen Medizin. Das Ziel ist, Akupunkturpunkte und Heilkräuter zu finden, die für einen speziellen Menschen mit Depressionen hilfreich sein könnten.

Schlappheit an sich zum Beispiel sagt mir noch nicht, welches Kraut dagegen gewachsen ist. Aber die Schlappheit gepaart mit weichem Stuhl, einem empfindlichen Bauch, einer relativ dicken und blassen Zunge mit Zahneindrücken und dünnem weißlichen Belag, einem schlüpfrigen Puls am rechten Handgelenk und einer vielleicht etwas fahlen Hautfarbe deutet auf eine Schwäche des Milz-Qi hin.

Gui Pi Tang

Die Kräutermischung, die die Milz wiederherstellt. Diese klassische Mischung wäre eine Möglichkeit, die Behandlung einer Depression zu beginnen, die sich durch Grübeln, Sorgen, Schlafstörungen, Herzklopfen und Abgeschlagenheit „auszeichnet“. Die folgenden Kräuter sind enthalten:

Süßholzwurzel

Süßholzwurzel (Radix Glycyrrhizae). Kräftigt das Qi: z.B. bei Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Herzklopfen und Schlafstörungen.

Radix Ginseng

Ginsengwurzel (Radix Ginseng). Qi und Yin ergänzend: z.B. bei Erschöpfung, Verdauungsstörungen, Konzentrationsstörungen, Impotenz.

Rhizoma Zingiberis viride

Frischer Ingwer (Rhizoma Zingiberis recens). Wirkt schleimlösend und verdauungsfördernd: z.B. bei Erkältungen, Übelkeit, Erbrechen.

Fructus Jujubae

Chinesische Datteln (Fructus Jujubae). Stützt das Qi der Mitte: z.B. bei Verdauungsstörungen, Unruhe, Reizbarkeit, Schlafstörungen.

Arillus Longan bei Depressionen

Longanfrüchte (Arillus Longan). Stützt Qi und Blut: z.B. bei Grübeln, sich Sorgen, Depressionen, Herzklopfen, Schlafstörungen.

Semen Zizyphi spinosae

Stacheljujubensamen (Semen Zizyphi spinosae). Beruhigt Herz und Geist: z.B. bei Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Vergeßlichkeit, Schwindel.

Radix Angelicae sinensis

Angelikawurzel (Radix Angelicae sinensis). Bewegt und ergänzt das Blut: z.B. bei Blässe, Trockenheit, Herzklopfen, Schlaflosigkeit.

Rhizoma Atractylodes Macrocephalae

Großköpfige Atractylodeswurzel (Rhizoma Atractylodes Macrocephalae). Stützt das Qi, trocknet trübe Säfte: z.B. bei Müdigkeit, Verdauungsstörungen, Durchfall.

Radix Astragali

Tragantwurzel (Radix Astragali). Stützt und ergänzt Qi: z.B. bei Erschöpfung.

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Sibirische Kreuzblumenwurzel (Radix Polygalae). Herz und Geist besänftigend: z.B. bei Angst, Ruhe- und Schlaflosigkeit, Herzklopfen, Konzentrationsunfähigkeit.

Radix Aucklandiae (Mu Xiang)

Alantwurzel (Radix Aucklandiae), bewegt und reguliert den Fluß des Qi in der (Leibes-)Mitte z.B. bei Völlegefühl, Blähungen und Bauchweh.