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Migräne — eine beson­ders üble Art des Kopfschmerzes

Migräne

Exemplarisch an der Migräne, einer beson­ders unan­ge­neh­men Form des Kopfschmerzes, stel­le ich hier eine mög­li­che Vorgehensweise im Rahmen einer TCM‐Behandlung mit Akupunktur und Heilkräutern dar.
Hier beschrän­ke ich mich mal auf die für die Therapie mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) wesent­li­chen Punkte, um einen Eindruck von der “Denke” in der TCM zu ver­mit­teln.

Migräne und TCM

Wie über­all in der Medizin ist auch hier die Anamnese der erste und wich­tig­ste Schritt im Kontakt mit dem Patienten. Die Anamnese ist die Vorgeschichte und Symptomatik einer Erkrankung. In der TCM dient die Erhebung der Anamnese auch dazu, die Beschwerden in die “Sprache” der TCM zu über­set­zen. Das heißt, es genügt nicht zu erfah­ren, ob ein Patient erschöpft ist, son­dern ich muß z.B. wis­sen, ob der Grund für die Erschöpfung eine Yin‐ oder eine Yang‐Schwäche ist, oder eher auf einem Fülle‐ oder Leerezustand beruht. Dann erst läßt sich ent­schei­den, wie die Akupunktur oder die Phytotherapie (Behandlung mit Heilkräutern) kon­zi­piert wer­den könn­te. Bei Kopfschmerzen und Migräne ist auch die Schmerz‐Lokalisation wich­tig, sowohl Kräuter wie Akupunkturpunkte wer­den danach aus­ge­wählt, ob der Schmerz an der Stirn, um oder hin­ter den Augen, an den Schläften, am Hinterkopf oder am Scheitel auf­tritt.

Symptomatik der Migräne in 4 Akten

Vorboten

  • Müdigkeit
  • häu­fi­ges Gähnen
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Bauchbeschwerden
  • Verstopfung
  • Heißhunger

Die Vorboten kön­nen wäh­rend einer Zeit zwi­schen eini­gen Stunden und zwei Tagen auf­tre­ten.

Aura

  • Sehstörungen ver­schie­de­ner Art
  • Kribbeln
  • Gefühlsstörungen
  • Geruchsstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sprachstörungen

Die Störungen kön­nen sich in Ausprägung und Lokalisierung stän­dig ändern, die Aura kann um eine Stunde anhal­ten und kann auch ohne nach­fol­gen­de Kopfschmerzphase auf­tre­ten.

Kopfschmerzphase

  • Kopfschmerz, meist halb­sei­tig, pulsierend/ pochend
  • Schmerzverstärkung durch kör­per­li­che Aktivität
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Taubheitsgefühle
  • Lähmungserscheinungen

Die eigent­li­che Kopfschmerzphase der Migräne kann eine Stunde dau­ern, aber auch gut drei (!) Tage anhal­ten.

Rückbildung

Kopfschmerz und beglei­ten­de Beschwerden neh­men lang­sam ab, meist in einer Zeit von bis zu einem Tag. Häufig besteht eine aus­ge­präg­te Erschöpfung und gleich­zei­tig Anspannung.

Auslöser einer Migräne

Auslöser einer Migräne kön­nen Hormoneinflüsse sein (z.B. vor der Regel), Streß, Schlafmangel, Wetterwechsel oder auch Medikamente und Nahrungsmittel.

Schulmedizinische Behandlung

Es gibt ver­schie­de­ne Möglichkeiten der Therapie von Schmerzmitteln über Triptane bis hin zu Antiepileptika, Antidepressiva und Cannabis, als Vorbeugung kön­nen Mittel aus den Arzneigruppen der Betablocker, Calciumantagonisten oder ande­re Blutdruckmittel ver­schrie­ben wer­den. Neuere Medikamente sind z.B. Antikörper gegen bestimm­te Entzündungsstoffe.

Beispiel: Ein fiktiver Migräne‐Patient

Migräne

Der Kopfschmerz ist pul­sie­rend als ob der Kopf ber­sten wür­de, sitzt hin­ter den Augen und an den Schläfen, tritt ins­be­son­de­re bei plötz­li­chem Streß auf oder auch nach Streß (Wochenendmigräne) oder auch vor der Regelblutung.

Emporschlagendes Leber‐Yang

Leber‐Yang ist in der Chinesischen Medizin die Bezeichnung für die “Vortrieb” ver­lei­hen­de Energie des Menschen. Es ent­spricht der (auch aggres­si­ven) Kraft, die ent­wickelt wer­den kann, um vor­wärts zu kom­men, um ein Ziel errei­chen zu kön­nen. Diese Kraft hat mit Dynamik zu tun. In der TCM haben die Aspekte des Organismus ja immer kör­per­li­che und psy­chi­sche Aspekte. Bei Wut z.B. (oder auch unter­drück­ter Wut) kann die unge­bän­dig­te “Vorwärts‐Kraft” des Organismus auch mal nach oben “explo­die­ren” und kann sich am Scheitel bzw. hin­ter den Augen (Leber‐Leitbahn) oder an den Schläfen (Gallenblasen‐Leitbahn) schmerz­haft äußern, in der Chinesischen Medizin “Emporschlagendes Leber‐Yang” genannt.
Verschlimmernder Faktor kann eine Form der “Yin‐Schwäche” sein. Die Fähigkeit des Organismus, “geer­det” zu blei­ben und nicht zu “explo­die­ren”, ist (auf die Sprache der TCM über­setzt) eine das Yang aus­glei­chen­de Yin‐Kraft. Das Yin sorgt sozu­sa­gen für “Ruhe im Karton”, damit es nicht zur Explosion kommt.

Uncaria

Migräne und TCM

Die Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen mit den Mitteln der Chinesischen Medizin besteht aus Akupunktur in Kombination mit Chinesischen Arzneikräutern. Hier, bei “Emporschlagendem Leber‐Yang” könn­te die Kräuter‐Rezeptur Teile der hier abge­bil­de­ten “Hakenrebe” (Uncaria Ramulus) ent­hal­ten, die das Leber‐Yang besänf­tigt.

Uncaria, Zweige und Dornen

Akupunktur bei Migräne

Bei Migräne liegt häu­fig eine Beschwerdekonstellation vor, die in der Chinesischen Medizin “Emporschlagendes Leber‐Yang” genannt wird, in der Akupunktur könn­ten dann bei­spiels­wei­se Punkte auf der Leber‐ oder der Gallenblasen‐Leitbahn ver­wen­det wer­den.

Gallenblasen‐Leitbahn
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